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Bento-Box, die Zweite

Wer hätte es geahnt: Es regnet. Wir sind Weicheier, Warmduscher und Schwiegermutterrechtgeber, deshalb lassen wir uns vom Chef des Hauses zur Bergstation der Standseilbahn fahren. Während wir uns klar wird, dass auf diesen Straßen jeder Mercedes stecken bleiben würde und Kriechgang und Allrad unverzichtbar sind, lässt unser Chauffeur beim Fahren das Lenkrad los, faltet die Hände vor der Brust, verneigt sich im Sitz und erweist einem Schrein seine Ehre. Unsere Adrenalindrüse reagiert prompt.

Vom Bahnhof im Tal haben wir einen letzten Blick auf Mitake-san. Naja, also, wir können in die Richtung schielen und seine Anwesenheit ahnen.

Der Lokführer ist ein netter Mann. Er grüßt. Immer wieder. Aber wen? Draußen sind Signale und Bäume, könnte er die meinen? Wie gewohnt, bringt die Bahn uns minutengenau (Herr Mehdorn, da hätten sie sich was abgucken können) und metergenau (die Türpositionen sind auf dem Bahnsteig markiert und die Fahrgäste reihen sich dort brav auf) an unser Ziel. Ob das minutengenaue an der altbewährten Zeitmesstechnik liegt?

Kamakura grüßt uns mit Regen. Hätte ich nicht erwähnen müssen, aber ich wollte keine Fragen offen lassen. Unser Hotel ist schnell gefunden, die Rezeption im Parkplatzwächterhäuschen hatten wir aber nicht entdeckt. Der Schrein Hachiman-gu versteckt sich im Nebel, offenbart aber ein paar farbige Einblicke.


Wir verlassen die Touristen-Pfade und schlendern zum Strand. Auf dem Weg sammeln wir zwei Bento-Boxen ein. Das Kendo-Training in der Sporthalle ist laut. Der Hallenwart lässt uns ein, wir ziehen die Schuhe aus, schließen unsere Jacken und Bento-Boxen in einen Spind und landen in einem Fitnessstudio. Der Hallenwart hat uns aber missverstanden. Er dachte, wir wollen zum Krafttrainning. Das Kendo-Training ist immernoch laut, gesehen haben wir es leider nicht, weil, hm, weil wir es nicht sehen durften. Am Strand wird es dunkel, das Meer beruhigt die Sinne umso mehr. Quer durch den Ort geht es zurück zur Unterkunft, dort werden die Bento-Boxen geleert, ein Quarterpounder vernichtet und der Grünteekuchen verspeist. Wir planen den Folgetag...

Ach ja, nur zur Info: Es regnet.

1 Kommentare:

vio hat gesagt…

Ich mag nicht mehr schreiben. ihr seid solche Spinner. Es wird Zeit, daß das Reisen zu dritt ein Ende hat und mein Mann wieder in meine erzieherischen Hände kommt.

Grüße! Vio

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