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Gespuckt und gezuckt


Drei müde Herren sind standhaft: Trotz unmäßiger Unbill (der Wasserkocher hat einen Wackelkontakt und der Tee konnte erst verzögert serviert werden) brechen wir zum Fischmarkt auf.
Dort springen wir todesmutig zwischen knatternden, rasenden, nicht-hupenden Minitransportern hin und her, werden von Muscheln angespuckt, von zuckenden Krabben erschreckt und mit Fischresten am Knöchel gestreichelt. Ein Eis-Crusher aus der Edo-Zeit ruckelt, quietscht und (erstaunlicherweise) und crusht Eis. Vierhändig werden Messer durch Thunfische gezogen. Wo das nicht geht, wird die Bandsäge genommen. Wir outen uns als Touristen. Nein, nicht unsere Statur, unsere Haut oder Haarfarbe sind auffällig: Wir tragen keine Gummistiefel. Dies wurde anderen Touristen zum Verhängnis und sie dürften wohl heute abend viel Spaß beim Füßewaschen haben.

Zum Ausspannen gehen wir in den Hama-Rikyu-Garten. Ein Reissnack, ein Ferrarikupplung-Tee, ein Orangensaft, zwei Hefegebäckteilchen und zwei Softeis wechseln den Besitzer. Wir gehen ins Teehaus, müssen dort erst den Kuchen essen, der selbstverständlich in vier Teile geteilt werden musste, und dann einen Tee trinken, der in wenigstens vier Zügen genossen werden muss.

Wiederum werden wir fachlich bedingt Zeugen einer japanischen anatomischen Besonderheit. Uns als Fotografen bleibt es durch aufmerksame, professionelle und ausdauernde Auswertung des weiblichen Fortbewegungsapparates nicht verborgen, dass die tragende statische Komponente weiblicher Personen lokalen Ursprungs keiner Geraden folgt. Sprich: Krumme Beene.

Wer lange läuft, kriegt Hunger. Die Convenient-Stores leben hoch! Hoch! Hoch!

1 Kommentare:

vio hat gesagt…

Ich muß schon sagen, mein lieber Hans, du hast ein schönes Foto von Rene`Z. gemacht. Wenn ich nicht schon mit dir verheiratet wäre, dann.....

LG! Vio

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